Hans Ebensperger (1929-1971), der jenseits aller Trends und Konzepte seinen eigenen Weg konsequent verfolgte, ist ein Einzelgänger im Südtirol der Nachkriegszeit. Neben Karl Plattner zählt er sicherlich zu den wichtigsten Künstlern dieser Generation und war maßgeblich daran beteiligt, Südtirol aus dem konservativ-traditionellen Kunstklima zu befreien und dem Land die Tore zur Welt und ihren zeitgenössischen Tendenzen zu öffnen. „Ich kopiere nicht die Natur“, sagte er einmal, „sondern ich versuche das zu malen, was ich empfinde, was mir das Ding, der Stein oder der Baum bedeutet.“ In diesem Sinne handelte er nach dem Prinzip Paul Klees, der meinte: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“
In Prad am Stilfserjoch geboren, war er Schüler von Toni Kirchmayr und Max Weiller. 1948 studiert er an der Kunstakademie in Wien unter der Führung von Prof. Boeckl und von Prof. Sergius Pauser. Nach seiner Rückkehr nach Südtirol unterrichtet er an der technischen Oberschule in Bozen. 1960 zieht er nach München, wo er zwei Jahre lang arbeitet. Danach kehrt er zurück, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. 1952 stellt er seine Werke in der Galerie Gurlitt in München zusammen mit der «Südtiroler Gruppe» (Kien, Plattner, Kofler, u.a.) aus. Später beteiligt er sich an den wichtigsten Ausstellungen des Künstlersyndikats in den 50er und 60er Jahren und am Premio Bolzano 1967. Seine erste Einzelausstellung findet 1951 im Kurhaus Meran und 1952 in der Galerie Würthe in Wien statt. Es folgen viele weitere Ausstellungen, unter anderem eine gemeinsam mit Peter Fellin im Kunstpavillon Innsbruck (1964). Nach seinem Tod fanden etliche retrospektive Ausstellungen statt.