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Fellin Peter

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Antiquitäten

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Fellin Peter

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1920 Am 6. September in Revò (Nonstal) als letztes von sechzehn Kindern geboren; mit drei Jahren Vollwaise. 1927 Adoption durch Hofrat Dr. Jakob Fellin, Generalstaatsbibliothekar in Graz (Bruder des Vaters). Geht in Schwaz zur Schule. 1935-1937 Besuch der Gewerbeschule in Innsbruck, Fachbereich Dekorationsmalerei. 1937-1938 Besuch der Kunstgewerbeschule in Graz bei Prof. Rudolf Szyszkowitz und Alfred Graf Wickenburg; Meisterklasse für Fresko bei Prof. Fritz Silberbauer. 1938-1939 Akademie der bildenden Künste in Wien, Meisterklasse von Prof.Herbert Boeckl. 1939-1942 Ständiger Ortswechsel zwischen Graz, Wien und Schwaz. 1942-1945 Fronteinsätze. 1946 Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. In Erwartung eines Malauftrages in Naturns und Meran. 1947 Heirat mit Herta Huber in Meran. Aus der Ehe stammen fünf Kinder. Läßt sich definitiv in Meran als freischaffender Künstler nieder. 1947-1954 Fellin malt starkfarbige, expressive Bilder. 1954-1956 Es entstehen die “Schreiber”. 1955 Einzelausstellung Fellins im Rohbau des Landhauses, Bozen. 1955-1963 Es folgt die Periode der “Schriften”. 1959 Fellin veröffentlich sein “Manifest zur II. Natur”: er tritt für das gegenstandslose Schaffen ein “als einzige Möglichkeit, Geistiges in der Kunst auszudrücken”. 1963-1977 “Natur”-Bilder parallel zu den Entwicklungen der internationalen Abstraktion. 1969 Ausstellung Peter Fellin und Hans Ebensperger im Kunstpavillon, Innsbruck. 1980-1986 “Urformen”. 1986-1996 “Meditations”- Bilder. ab 1989 Großplastiken. Peter Fellin starb am 22. April 1999 in Meran.

Expressionistische Phase

Am Anfang von Fellins Werk steht die "expressionistische" Phase der Jahre um 1950: hier setzt sich Fellin - vor allem anhand religiöser Themen - mit dem Expressionismus auseinander, einer der bedeutendsten avantgardistischen Strömungen, die in Deutschland vor 1933 eine entscheidende Rolle gespielt hat. Im Gegensatz zum Farbenreichtum des historischen Expressionismus arbeitet Fellin im wesentlichen mit einer auf Grauwerte reduzierten Skala. Wenngleich er im Lauf der Jahre immer wieder auf die Farbe ausgreift, liegt der Schwerpunkt seines künstlerischen Werkes im ganzen gesehen im Schwarz-Weiß-Bereich. Ohne daß man von Kopien reden könnte, lehnen sich seine einfachen, z.T. fast comic-haft simplifizierten Gestalten an die religiöse Malerei der in Südtiroler Kirchen anzutreffenden romanischen Freskokunst an. Inhaltlich ist in diesen frühen Arbeiten bereits das ganze spätere Werk Fellins angelegt: die biblischen Figuren beziehen sich zwar vordergründig auf den Bereich des Glaubens, verweisen aber in allgemeiner Hinsicht auf die Vergeistigung, die Fellin - auch jenseits des im engen Sinn Religiösen - sein Leben lang verfolgt.

Schreiber - Schriften

Eine Fortführung der expressionistischen Ansätze, zugleich aber einen entscheidenden Fortschritt stellen die Schreiber und in ihrer Folge die Schriften dar. Die Schreiber - es handelt sich um Evangelisten, die die Frohe Botschaft niederschreiben und in diesem Sinn wiederum um Vertreter der Geistigkeit - knüpfen noch an die expressionistische Figuration an, reduzieren aber die menschliche Figur auf symbolische Zeichen bzw. Chiffren. Mitte der 50er Jahre erfolgt mit den aus den Schreibern entwickelten Schriften der Durchbruch zur Gegenstandslosigkeit.

Das Besondere der Schriften ist zum einen, daß sie sich an einem abstrakten, nicht bildzeichenhaften Notationssystem orientieren; zum anderen, daß sie wohl mit Sprache arbeiten, aber mit der Sondererscheinung des Namens, der nicht eine ganze Kategorie bezeichnet, sondern Individuelles. Seine Schriftbilder stellen malerische Interpretationen der mit bestimmten Namen wie van Gogh, Strawinsky, Bach, Beethoven usw. sich verbindenden Geistigkeit und Expressivität dar. Bei den häufig von Fellin verwendeten Musikernamen erfolgt dabei eine Umsetzung musikalischer Prinzipien in die Zweidimensionalität, wobei er durch die Schrift wiederum versucht, das Prinzip der Sukzession zu bewahren. Besonders mit den Schriften hat Peter Fellin Anteil an dem in den 50er Jahren international verbreiteten Phänomen des Informel, also einem abstrakten, oft gestischen Expressionismus.

Natur

Die Werke ab Mitte der 60er Jahre bis 1977 stehen unter dem Obertitel "Natur": es handelt sich hier um abstrakte, im wesentlichen malerische Arbeiten, in denen es Fellin am Weg der Analogie und nicht der Nachahmung um eine Annäherung an das Prinzip der Natur geht. In diesem Sinn handelt es sich um eine "andere" bzw. "Zweite Natur", von der Peter Fellin schon in seinem gleichnamigen, 1959 entstandenen Manifest spricht. Die "Naturen" - in ihnen dominieren meist verfließend aufgetragene, aquatische Blau- und Grüntöne - sind oft auf Leinwand ausgeführt; daneben bringt Fellin aber auch durch den Einsatz von Gips eine stark materische Komponente ein, die ihn nach und nach zur Skulptur - und zwar deren bemalter Sonderform - führt.

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