Die Stiftung „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ vergibt den Hauptpreis 2008 an den Kortscher Bildhauer Karl Grasser. Damit wird nicht nur der Bildhauer gewürdigt, sondern auch ein Künstler, „der unermüdlich bestrebt war, das Erbe seines Heimattales zu erhalten, künstlerisch umzusetzen und weiterzugeben.“ Karl Grasser sei „mit seinem umfangreichen grafischen Werk eine ganz besondere Dokumentation des Vinschgaus“ gelungen. Den Weg als Künstler habe er sich unter widrigsten Umständen und unter vielen Entbehrungen erarbeiten müssen.
Seine Ausbildung begann Karl Grasser, der im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet worden war, mit 25 Jahren, zunächst in der Kunstschule in Gröden, dann an der Akademie für Bildende Künste in Wien. In einfühlsamer Weise versuchte Karl Grasser einen vertieften und unermüdlichen Dialog mit seiner Umgebung einzugehen, wobei dem Holzschnitt seine besondere Liebe galt. Einfachheit, Schlichtheit und tiefe Religiosität sind bestimmende Elemente seiner Werke. Sein umfangreiches plastisches Werk wie Altäre, Kriegerdenkmäler, Brunnen, Kreuzwegstationen in vielen Orten unseres Landes beweisen, dass es diesem Künstler immer ein Anliegen war, nach Formvollendung zu streben, dabei aber nie Grenzen zu sprengen.